Projektrahmen

In Zusammenarbeit mit der Hofer Textilveredelungs GmbH (HTV), einem Flammkaschierer aus Oberfranken, wurden drei Textilkaschierverfahren anhand einer CO2-Bilanz miteinander verglichen. Umgesetzt wurde das Projekt im Rahmen der “grünen Ideen Werkstatt“ des Instituts für Wasser- und Energiemanagements der Hochschule Hof, gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Im Bild: v. l. Hochschule Hof:. Prof. Jens Beck, Mirjam Schwägele, HTV:  Mert Saritekin, Sascha Rothe, Michael Ocker.

Projektansatz

Aufgrund mangelnder Abluftreinigung in der Vergangenheit geriet die Flammkaschierung zunehmend in Verruf und wurde durch vermeintlich saubere Prozesse, wie der Kaschierung mittels einer Gravurwalze oder der Flachbettpressenkaschierung ersetzt. Diese Ansichten sind jedoch veraltet und mittels geeigneter Verfahren können Schadstoffe und andere Luftverunreinigungen fast vollständig entfernt werden. Um dieser veralteten Ansicht entgegen zu wirken, wurden die drei Textilkaschierprozesse im Rahmen einer ganzheitlichen CO2-Betrachtung miteinander verglichen.

Ergebnisse

Die Stromerzeugung und die damit verbundenen Verluste an Abwärme und Verteilung, die sich bei der Rück-Umwandlung von Strom in Wärme aufaddieren, führen zu einem erheblichen Ausstoß an klimaschädlichen Gasen. Der direkte Einsatz von Primärenergie bei der Flammkaschierung vermeidet für den energieintensiven Prozessschritt der Kaschierung diese Umwandlungsverluste, was sich in einer günstigen CO2-Bilanz ausdrückt. Des Weiteren wurde im Projekt die Auswirkungen der Flammkaschierung auf die Automobilproduktion ermittelt. Es stellte sich heraus, dass die Flammkaschierung nur mit einem Anteil von 0,003 % an den Treibhausgasemissionen verantwortlich ist (Abbildung).

Die vergleichende CO2-Bilanz wurde auf Basis der Normen DIN EN ISO 14040 ff. erstellt. Nach genauer Analyse der Prozesse mit Aufstellung der ein- und ausgehenden Stoffströme in einer Sachbilanz, werden alle Treibhausgas-Emissionen die auf dem gesamten Lebensweg der Prozesse anfallen, berücksichtigt und ausgewertet (Abbildung). Es zeigte sich, dass die Flammkaschierung gegenüber der Kaschierung mittels Flachbettpressen oder Gravurwalzen die wenigsten Treibhausgasemissionen verursacht. Das liegt vor allem an dem hohen Stromverbrauch der Vergleichsprozesse, in welchen die notwendige Prozesswärme aus Strom erzeugt wird.

 

 

Projektpartner

HTV Textilveredelungs GmbH

Am Wiesengrund 20

95032 Hof

https://www.lamination.de/

Standorte

Corner

Campus Hof

Alfons-Goppel-Platz-1
95028 Hof

Fon: +49 (0) 9281 / 409 3000

Campus Münchberg

Kulmbacher Str. 76
95213 Münchberg

Fon: +49 (0) 9281 / 409 8000