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Menschliche Stimmen aus dem Computer – vom Original kaum noch unterscheidbarMenschliche Stimmen aus dem Computer – vom Original kaum noch unterscheidbar

Insbesondere für blinde oder sehbehinderte Menschen sind Computeranwendungen, die Texte vorlesen, bereits heute eine große Hilfe im Alltag. Auch beim Autofahren hat man sich längst an die freundlichen Stimmen aus der Navigation gewöhnt, die Fahrenden gefährliche Ablenkungen ersparen. Aber natürlich birgt die neue Technik auch Gefahren. Das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof forscht mit einer Studie an der Akzeptanz der künstlich generierten Stimmen und entwickelt eigene Modelle für den deutschen Markt.


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Beschreibung

Die Qualität der sogenannten Sprachsynthese hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Klangen die Stimmen lange Zeit eher blechern oder abgehackt, so weicht der Klang nach und nach einer zunehmenden Natürlichkeit und unauffälligen Sprachdynamik. Damit wird auch das Hören längerer Texte angenehm.

Rasante Verbesserung der Sprachqualität

„Erreicht werden konnte dies in der internationalen Forschung durch den Einsatz tiefer, neuronaler Netze. Insbesondere im englischen Sprachraum kann man bereits heute kaum noch unterscheiden, ob es sich um einen echten Menschen oder um ein Programm handelt“, so Prof. Dr. Rene Peinl, Leiter des Instituts für Informationssysteme der Hochschule Hof. Es gibt demnach mittlerweile eine Reihe frei verfügbarer Modelle, die sehr natürlich Englisch sprechen, wenn ausreichend viele Trainingsdaten verwendet werden. Die Spracherzeugung passiert dabei zumeist zweistufig. Zunächst wird ein sogenanntes Mel-Spektrogramm erzeugt, das eine Repräsentation der Sprachfrequenzen darstellt. Daraus erzeugt dann ein Vocoder das eigentliche Audiosignal. Beide Stufen sind neuronale Netze, die getrennt trainiert werden müssen.

Akzeptanz auf dem Prüfstand

Im DAMMIT-Programm der Hochschule Hof, das sich dem Technologietransfer zwischen Hochschule und mittelständischen Unternehmen zur digitalen Transformation auseinandersetzt, wird analysiert, wie hoch die Akzeptanz von Benutzern für computer-generierte Stimmen ist. Probanden bekommen dabei Textinhalte mittlerer Länge vorgelesen - also zum Beispiel Nachrichten mit einer halben Bildschirmseite Länge. Die in den letzten Jahren stattfindende, stetige Verbesserung der Qualität der Sprachsynthese erhöht einerseits den Komfort und die Einsatzmöglichkeiten der Technik, birgt andererseits aber auch Gefahren, da maschinelle Stimmen, die menschlich klingen, natürlich auch für Betrug oder Straftaten eingesetzt werden können.

Viele Anwendungsmöglichkeiten

Das automatisierte Vorlesen von Texten findet sich derzeit in immer mehr Anwendungsbereichen. Informationen aufnehmen zu können, obwohl sich die Augen auf ein anderes Ziel konzentrieren müssen, ist ein unschätzbarer Vorteil: „Sprachsynthese ist natürlich ein wesentlicher Teil der Barrierefreiheit für Menschen mit Seheinschränkung. Ganz praktisch können aber zum Beispiel Aufträge für u.a. Gabelstaplerfahrer verbalisiert werden, was in deren Arbeitsablauf sehr hilfreich und zeitsparend sein kann. Oder man kann sich die täglichen Nachrichten mit der persönlichen Lieblingsstimme vorlesen lassen. Allgemein ist die Sprachsynthese auch ein wichtiger Teil von sprachgesteuerten Anwendungen wie Smart Speakern, z.B. Alexa von Amazon“, führt Prof. Dr. Peinl einige Einsatzmöglichkeiten aus.

Marktnachfrage wächst

Dabei dürfte die Nachfrage nach automatisch erstellten, aber menschlich klingenden Stimmen, erst am Anfang stehen. Ein Beispiel hierfür ist am Campus der Hochschule Hof und dort im Gründerzentrum Einstein 1 zu finden: Das Start-up-Unternehmen ahearo bietet einen Dienst an, bei dem man sich Inhalte, die sonst nur als Text verfügbar sind, auch als Audio-Podcast anhören kann. Diese Texte werden bisher von menschlichen Sprechern eingelesen. „Eine solche Produktion ist natürlich kostenintensiv und stößt auch aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von professionellen Sprechern an ihre Grenzen. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Hof eröffnet uns deshalb völlig neue Möglichkeiten“, so Johannes Garbarek, Gründer und CEO von ahearo.

Hohe Geschwindigkeit und geringe Kosten

„Für ahearo und andere Unternehmen, die eine kostengünstige und schnelle Möglichkeit suchen, qualitativ ansprechende Sprachsynthese in ihre Produkte einzubinden, entwickeln wir eine Lösung für die Generierung deutscher Sprache aus Text.“, so Prof. Dr. Peinl. Dabei kommen frei verfügbare, selbst erstellte und von ahearo bereitgestellte Audiodaten zum Einsatz, um die Sprachsynthese-Modelle bestmöglich zu trainieren. Die Evaluation erfolgt sowohl über objektiv messbare Werte als auch über subjektive Einschätzungen der Probanden.

Ermutigende Zwischenergebnisse

Die bislang vorliegenden Ergebnisse sind ermutigend und lassen auf einen baldigen praktischen Einsatz der Software hoffen: „Kurze Sätze werden in unserem Modell bereits sehr gut vorgelesen. Herausforderungen sind aktuell noch Pausen und Betonungen in komplexeren Sätzen, sowie Abkürzungen, zusammengesetzte Wörter und Eigennamen“, erläutert Forscher Peinl. Dass es dabei dem Computerprogramm mitunter nicht anders ergeht als dem Menschen, belegt eine kleine Anekdote: „Wir haben zum Beispiel das Wort „Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)“ in unseren Test-Texten stehen. Wen wundert es, dass nicht nur wir, sondern auch der Computer mit solchen Wortungetümen so seine Schwierigkeiten hat“, so Professor Dr. Peinl.

Förderung

Die Ergebnisse der Studie, sowie die im Rahmen der Forschung entstehende Software werden veröffentlicht und zugänglich gemacht. Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Programms Bayern 2014-2020, von der Europäischen Union über den Fond für Regionale Entwicklung sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Ein weiterer Projektpartner ist zudem das am Campus der Hochschule Hof beheimatete Unternehmen smartlytic GmbH für Softwareentwicklung und Datenanalyse.

Bild: Prof. Dr. Rene Peinl, Leiter des Instituts für Informationssysteme (iisys) an der Hochschule Hof;

Fachtagung „Bioplastics – Science Meets Industry“ mit fast 300 TeilnehmernFachtagung „Bioplastics – Science Meets Industry“ mit fast 300 Teilnehmern

Das Institut für angewandte Biopolymerforschung an der Hochschule Hof (ibp) veranstaltete am 3. und 4. März diesen Jahres seine erste Fachtagung unter dem Motto „Bioplastics - Science Meets Industry“. Die Tagung befasste sich mit den Schwerpunkten Synthese, Verarbeitung, Anwendung und Abbau von Biokunststoffen. Durch die Förderungen des Europäischen Sozialfonds (EFS) in Bayern, der Oberfrankenstiftung und der Freunde und Förderer der Hochschule Hof war die Teilnahme kostenfrei. Die Veranstaltung fand online statt. Auf die 271 Teilnehmer warteten auf der 2-tägigen Konferenz 5 Plenarvorträge mit Podiumsdiskussion, 15 wissenschaftliche Vorträge in 4 Sessions und eine Postersession mit 15 wissenschaftlichen Postern zu den einzelnen Themenschwerpunkten.


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Beschreibung

Nach Begrüßung und Eröffnung durch Hochschulpräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann und Institutsleiter Prof. Dr. Michael Nase startete die Tagung mit einem Plenarvortrag von Dr. Tobias Schwarzmüller (Bayern Innovativ) zum Thema „Vom Biopolymer zum Werkstoff –Status quo und Perspektiven in Bayern“.

Innovatives Tagungskonzept

Im Anschluss stellten Kübra Aslan und Lucas Großmann (beide ibp), die als Moderatoren durch die Tagung führten, das innovative Konzept der Tagung mit Vortragspitches und Votings vor: Jeder Wissenschaftler gibt einen zweiminütigen Pitch zu seinem Vortrag, der zu einem Voting durch die Teilnehmer der Tagung freigeben wird. Dies diente zur Planung und Einordnung der insgesamt vier zum Teil parallellaufenden Vortragsessions am zweiten Tag. Dadurch wurde vermieden, dass die Vorträge mit größerem Interesse gleichzeitig abgehalten wurden. Die Ergebnisse wurden noch am selben Tag bekannt gegeben.

Nach den Pitches bestand die Möglichkeit, sich bei einem lockeren Meet & Greet während der Mittagspause in verschiedenen Online-Räumen auszutauschen. An die Mittagspause schloss die Postersession an. Die Poster wurden online vorgestellt und es bestand die Möglichkeit, sich mit den Autoren in den zugehörigen Online-Räumen live auszutauschen. Zusätzlich zu den Postern wurde den Autoren die Gelegenheit gegeben einen fünfminütigen Kurzvortrag zu ihrem Poster online zu stellen. Parallel zur Postersession konnte man das ibp und die Hochschule Hof durch einen Online-Technikumsrundgang besser kennen lernen.

Impulsvorträge und Unterhaltung

Nachmittags hielten Dr. Bernhard Bauske (WWF) und Hasso von Pogrell (European Bioplastics e.V.) Plenarvorträge mit dem Schwerpunkt „Fokus Biokunststoffe in der Kreislaufwirtschaft“. An die Vorträge schloss sich eine angeregte und spannende Podiumsdiskussion an. Den Ausklang des ersten Tages gestalteten Carolyn Mittermeier als „Erdäpfekäferl aus der Hallertau“ mit einem gelungenen Gstanzl-Auftritt zum Thema „Biokunststoffe“.

Der zweite Tag startete mit der erneuten Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse der Pitches und dem daraus resultierenden zeitlichen Ablauf der wissenschaftlichen Vorträge. Vor Beginn der ersten beiden parallelen Vortragsessions sprach Dr. Friedrich von Hesler als Vertreter des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern (SVB) über das Thema „Wie fördert die bayerische Bioökonomie den Einsatz von Bio-Kunststoffen?“.

Fragen im Live-Chat

Die anschließenden zwei parallellaufenden Sessions der wissenschaftlichen Vorträge erfreuten sich reger Teilnahme. Die Vorträge wurden für die Tagung aufgezeichnet und zu den entsprechenden Timeslots eingespielt. So wurde den Vortragenden die Möglichkeit gegeben schon während des Vortages auf Fragen, z.B. via Live-Chat zu antworten.

Mittags gab es wieder die Chance auf persönliche Gespräche bei einem digitalen Meet & Greet. Die parallel laufenden Vortragsessions 4 und 5 wurden nach der Mittagspause durchgeführt. Nach den Vortragsessions gab es neben einer virtuellen Kaffeepause die Möglichkeit eine digitale Führung durch die Maschinenhallen des ibp mit den Schwerpunkten Extrusion, Spritzguss und Compoundierung wahrzunehmen.

Auszeichnung an TU München

Gegen Ende des zweiten Tages fand die Preisverleihung für „Best Poster“ und „Best Talk“, d.h. für das beste wissenschaftliche Poster und den besten Vortrag statt. Der Preis für das beste Poster ging an Andreas Eich von der HYDRA Marine Sciences GmbH zu dem Thema „Half-life of biodegradable plastic films on different marine beach sediments “. Mit ihrem Vortrag „Light-driven mcl-PHA production with genetically engineered Pseudomonas putida in a synthetic co-culture with Synechococcus elongatus PCC7942 cscB“ erhielt Frau Franziska Kratzl vom Lehrstuhl für Systembiotechnologie der TU München den Preis für den besten Vortrag der Tagung.

Den Ausklang der Tagung rundete Dr. Gabriele Peterek von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit ihrem Plenarvortrag „Bioplastics-building blocks for a sustainable bioeconomy“ ab. Durch die tatkräftige Unterstützung des gesamten ibp-Teams kam es zu einem reibungslosen Ablauf der Tagung. Wir danken allen Teilnehmern und Mitwirkenden ganz herzlich.

Hochschulen für angewandte Wissenschaften suchen Social Media Ambassadors (m/w/d)Hochschulen für angewandte Wissenschaften suchen Social Media Ambassadors (m/w/d)

Sie sind überzeugt von Ihrem Studium an einer Bayerischen Hochschule und könnten sich vorstellen, anderen darüber zu berichten? Es macht Ihnen Spaß neue Kontakte zu knüpfen?

Das Corporate Influencer Programm wird durch den Hochschulverband Hochschule Bayern e.V. und in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst durchgeführt. Aktuell werden für das Programm „Social Media Ambassadors“ (m/w/d) gesucht. Noch bis zum 15. April 2021 via Instagram-Posting bewerben!

Die Stellenausschreibung finden Sie hier.

 


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Girls‘ Day an der Hochschule Hof – jetzt anmelden!Girls‘ Day an der Hochschule Hof – jetzt anmelden!

Am Donnerstag, 22.04.2021 findet deutschlandweit der „Girls’ Day 2021“ statt. Ziel ist es, Schülerinnen Einblicke in Berufsfelder zu geben, die Mädchen bei der Berufswahl meist nur selten in Betracht ziehen. Sie erleben an diesem Tag, wie spannend naturwissenschaftliche, technische und techniknahe Berufe sind. Nach dem Corona-bedingten Ausfall im Jahr 2020 bietet diesmal auch die Hochschule Hof online spannende Workshops und Informationen. Teilnehmen können interessierte Mädchen der 5. bis 9. Klasse.


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Beschreibung

Von 9.00 bis 15.30 Uhr werden in diesem Jahr zwei Workshops angeboten: Der neue „MakerSpace“, die Tüftler- und Entwicklerwerkstatt der Hochschule Hof, führt dabei den Kurs „Handyhalterung“ durch. Hier können die Teilnehmerinnen eine personalisierte und auf sich selbst zugeschnittene Handyhalterung aus Sperrholz oder Acryl gestalten. Dabei wird ein Lieblingsbild der Teilnehmerinnen oder eine Grafik mit dem Programm Inkscape so umgewandelt, dass man sie später in das Material lasern kann. Die fertigen Ergebnisse können hinterher per Post zugeschickt werden. Im Workshop „Kunststoffrecycling“ lernt man anhand von Einkaufschips den Recyclingkreislauf von Kunststoff kennen. Angeboten wird dieser Kurs vom Institut für angewandte Biopolymerforschung der Hochschule Hof (ibp). Für die beiden Workshops sind jeweils 8 Teilnehmerinnen vorgesehen, es sind also insgesamt 16 Plätze vorhanden. Da die Halbtageskurse mittags zwischen den Teilnehmerinnen getauscht werden, nimmt jede Schülerin an beiden Angeboten teil.

Der Girls’ Day ist eine bundesweite Gemeinschaftsaktion, koordiniert vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit. An diesem Tag öffnen Unternehmen, Hochschulen und Forschungszentren in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen. An der Hochschule Hof findet der Tag mit kurzen Unterbrechungen seit dem Jahr 2004 statt.

Anmeldung

Das detaillierte Programm des diesjährigen Girls’ Day der Hochschule Hof sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es im Internet unter https://www.girls-day.de/Radar und dem Suchbegriff Hochschule Hof. Weitere Informationen liefert auch die Webseite der Hochschule Hof unter https://www.hof-university.de/girlsday. Dort findet sich auch ein Antrag auf Freistellung vom Unterricht. Teilnahmevoraussetzung ist der sichere Umgang mit der Konferenzsoftware „Zoom“. Koordiniert wird der Girls’Day an der Hochschule Hof durch die Frauenbeauftragte Prof. Dr. Margarete Blank-Bewersdorff und ihrem Team.

Sommersemester 2021: Hygieneregelungen an der Hochschule HofSommersemester 2021: Hygieneregelungen an der Hochschule Hof

Liebe Hochschulangehörige,

das Sommersemester 2021 startet weitgehend im Onlinebetrieb, allerdings sollen praktische Arbeiten in den Laboren in Präsenz ermöglicht werden. Zum Schutz aller Teilnehmer:innen stellen wir zu diesem Zweck Schnelltests zur Verfügung. Alles Wichtige dazu finden Sie bei den Infos zum Sommersemester 2021. Bitte checken Sie regelmäßig Ihre Mails, um über neue Entwicklungen während des Semesters informiert zu bleiben. 

Bitte beachten Sie, dass in allen Gängen und Foyers – auch an den Einzelarbeitsplätzen dort – sowie in den Toilettenräumen und auf den mit Schild und farbiger Linie gekennzeichneten Flächen im Außenbereich Maskenpflicht am Campus gilt. EinenLageplanmit den gekennzeichneten Außenflächen finden Sie hier.


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Menschliche Stimmen aus dem Computer – vom Original kaum noch unterscheidbar

Insbesondere für blinde oder sehbehinderte Menschen sind Computeranwendungen, die Texte vorlesen, bereits heute eine große Hilfe im Alltag. Auch beim Autofahren hat man sich längst an die freundlichen Stimmen aus der Navigation gewöhnt, die Fahrenden gefährliche Ablenkungen ersparen. Aber natürlich birgt die neue Technik auch Gefahren. Das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof forscht mit einer Studie an der Akzeptanz der künstlich generierten Stimmen und entwickelt eigene Modelle für den deutschen Markt.


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Menschliche Stimmen aus dem Computer – vom Original kaum noch unterscheidbar
Beschreibung

Die Qualität der sogenannten Sprachsynthese hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Klangen die Stimmen lange Zeit eher blechern oder abgehackt, so weicht der Klang nach und nach einer zunehmenden Natürlichkeit und unauffälligen Sprachdynamik. Damit wird auch das Hören längerer Texte angenehm.

Rasante Verbesserung der Sprachqualität

„Erreicht werden konnte dies in der internationalen Forschung durch den Einsatz tiefer, neuronaler Netze. Insbesondere im englischen Sprachraum kann man bereits heute kaum noch unterscheiden, ob es sich um einen echten Menschen oder um ein Programm handelt“, so Prof. Dr. Rene Peinl, Leiter des Instituts für Informationssysteme der Hochschule Hof. Es gibt demnach mittlerweile eine Reihe frei verfügbarer Modelle, die sehr natürlich Englisch sprechen, wenn ausreichend viele Trainingsdaten verwendet werden. Die Spracherzeugung passiert dabei zumeist zweistufig. Zunächst wird ein sogenanntes Mel-Spektrogramm erzeugt, das eine Repräsentation der Sprachfrequenzen darstellt. Daraus erzeugt dann ein Vocoder das eigentliche Audiosignal. Beide Stufen sind neuronale Netze, die getrennt trainiert werden müssen.

Akzeptanz auf dem Prüfstand

Im DAMMIT-Programm der Hochschule Hof, das sich dem Technologietransfer zwischen Hochschule und mittelständischen Unternehmen zur digitalen Transformation auseinandersetzt, wird analysiert, wie hoch die Akzeptanz von Benutzern für computer-generierte Stimmen ist. Probanden bekommen dabei Textinhalte mittlerer Länge vorgelesen - also zum Beispiel Nachrichten mit einer halben Bildschirmseite Länge. Die in den letzten Jahren stattfindende, stetige Verbesserung der Qualität der Sprachsynthese erhöht einerseits den Komfort und die Einsatzmöglichkeiten der Technik, birgt andererseits aber auch Gefahren, da maschinelle Stimmen, die menschlich klingen, natürlich auch für Betrug oder Straftaten eingesetzt werden können.

Viele Anwendungsmöglichkeiten

Das automatisierte Vorlesen von Texten findet sich derzeit in immer mehr Anwendungsbereichen. Informationen aufnehmen zu können, obwohl sich die Augen auf ein anderes Ziel konzentrieren müssen, ist ein unschätzbarer Vorteil: „Sprachsynthese ist natürlich ein wesentlicher Teil der Barrierefreiheit für Menschen mit Seheinschränkung. Ganz praktisch können aber zum Beispiel Aufträge für u.a. Gabelstaplerfahrer verbalisiert werden, was in deren Arbeitsablauf sehr hilfreich und zeitsparend sein kann. Oder man kann sich die täglichen Nachrichten mit der persönlichen Lieblingsstimme vorlesen lassen. Allgemein ist die Sprachsynthese auch ein wichtiger Teil von sprachgesteuerten Anwendungen wie Smart Speakern, z.B. Alexa von Amazon“, führt Prof. Dr. Peinl einige Einsatzmöglichkeiten aus.

Marktnachfrage wächst

Dabei dürfte die Nachfrage nach automatisch erstellten, aber menschlich klingenden Stimmen, erst am Anfang stehen. Ein Beispiel hierfür ist am Campus der Hochschule Hof und dort im Gründerzentrum Einstein 1 zu finden: Das Start-up-Unternehmen ahearo bietet einen Dienst an, bei dem man sich Inhalte, die sonst nur als Text verfügbar sind, auch als Audio-Podcast anhören kann. Diese Texte werden bisher von menschlichen Sprechern eingelesen. „Eine solche Produktion ist natürlich kostenintensiv und stößt auch aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von professionellen Sprechern an ihre Grenzen. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Hof eröffnet uns deshalb völlig neue Möglichkeiten“, so Johannes Garbarek, Gründer und CEO von ahearo.

Hohe Geschwindigkeit und geringe Kosten

„Für ahearo und andere Unternehmen, die eine kostengünstige und schnelle Möglichkeit suchen, qualitativ ansprechende Sprachsynthese in ihre Produkte einzubinden, entwickeln wir eine Lösung für die Generierung deutscher Sprache aus Text.“, so Prof. Dr. Peinl. Dabei kommen frei verfügbare, selbst erstellte und von ahearo bereitgestellte Audiodaten zum Einsatz, um die Sprachsynthese-Modelle bestmöglich zu trainieren. Die Evaluation erfolgt sowohl über objektiv messbare Werte als auch über subjektive Einschätzungen der Probanden.

Ermutigende Zwischenergebnisse

Die bislang vorliegenden Ergebnisse sind ermutigend und lassen auf einen baldigen praktischen Einsatz der Software hoffen: „Kurze Sätze werden in unserem Modell bereits sehr gut vorgelesen. Herausforderungen sind aktuell noch Pausen und Betonungen in komplexeren Sätzen, sowie Abkürzungen, zusammengesetzte Wörter und Eigennamen“, erläutert Forscher Peinl. Dass es dabei dem Computerprogramm mitunter nicht anders ergeht als dem Menschen, belegt eine kleine Anekdote: „Wir haben zum Beispiel das Wort „Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)“ in unseren Test-Texten stehen. Wen wundert es, dass nicht nur wir, sondern auch der Computer mit solchen Wortungetümen so seine Schwierigkeiten hat“, so Professor Dr. Peinl.

Förderung

Die Ergebnisse der Studie, sowie die im Rahmen der Forschung entstehende Software werden veröffentlicht und zugänglich gemacht. Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Programms Bayern 2014-2020, von der Europäischen Union über den Fond für Regionale Entwicklung sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Ein weiterer Projektpartner ist zudem das am Campus der Hochschule Hof beheimatete Unternehmen smartlytic GmbH für Softwareentwicklung und Datenanalyse.

Bild: Prof. Dr. Rene Peinl, Leiter des Instituts für Informationssysteme (iisys) an der Hochschule Hof;

Fachtagung „Bioplastics – Science Meets Industry“ mit fast 300 Teilnehmern

Das Institut für angewandte Biopolymerforschung an der Hochschule Hof (ibp) veranstaltete am 3. und 4. März diesen Jahres seine erste Fachtagung unter dem Motto „Bioplastics - Science Meets Industry“. Die Tagung befasste sich mit den Schwerpunkten Synthese, Verarbeitung, Anwendung und Abbau von Biokunststoffen. Durch die Förderungen des Europäischen Sozialfonds (EFS) in Bayern, der Oberfrankenstiftung und der Freunde und Förderer der Hochschule Hof war die Teilnahme kostenfrei. Die Veranstaltung fand online statt. Auf die 271 Teilnehmer warteten auf der 2-tägigen Konferenz 5 Plenarvorträge mit Podiumsdiskussion, 15 wissenschaftliche Vorträge in 4 Sessions und eine Postersession mit 15 wissenschaftlichen Postern zu den einzelnen Themenschwerpunkten.


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Fachtagung „Bioplastics – Science Meets Industry“ mit fast 300 Teilnehmern
Beschreibung

Nach Begrüßung und Eröffnung durch Hochschulpräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann und Institutsleiter Prof. Dr. Michael Nase startete die Tagung mit einem Plenarvortrag von Dr. Tobias Schwarzmüller (Bayern Innovativ) zum Thema „Vom Biopolymer zum Werkstoff –Status quo und Perspektiven in Bayern“.

Innovatives Tagungskonzept

Im Anschluss stellten Kübra Aslan und Lucas Großmann (beide ibp), die als Moderatoren durch die Tagung führten, das innovative Konzept der Tagung mit Vortragspitches und Votings vor: Jeder Wissenschaftler gibt einen zweiminütigen Pitch zu seinem Vortrag, der zu einem Voting durch die Teilnehmer der Tagung freigeben wird. Dies diente zur Planung und Einordnung der insgesamt vier zum Teil parallellaufenden Vortragsessions am zweiten Tag. Dadurch wurde vermieden, dass die Vorträge mit größerem Interesse gleichzeitig abgehalten wurden. Die Ergebnisse wurden noch am selben Tag bekannt gegeben.

Nach den Pitches bestand die Möglichkeit, sich bei einem lockeren Meet & Greet während der Mittagspause in verschiedenen Online-Räumen auszutauschen. An die Mittagspause schloss die Postersession an. Die Poster wurden online vorgestellt und es bestand die Möglichkeit, sich mit den Autoren in den zugehörigen Online-Räumen live auszutauschen. Zusätzlich zu den Postern wurde den Autoren die Gelegenheit gegeben einen fünfminütigen Kurzvortrag zu ihrem Poster online zu stellen. Parallel zur Postersession konnte man das ibp und die Hochschule Hof durch einen Online-Technikumsrundgang besser kennen lernen.

Impulsvorträge und Unterhaltung

Nachmittags hielten Dr. Bernhard Bauske (WWF) und Hasso von Pogrell (European Bioplastics e.V.) Plenarvorträge mit dem Schwerpunkt „Fokus Biokunststoffe in der Kreislaufwirtschaft“. An die Vorträge schloss sich eine angeregte und spannende Podiumsdiskussion an. Den Ausklang des ersten Tages gestalteten Carolyn Mittermeier als „Erdäpfekäferl aus der Hallertau“ mit einem gelungenen Gstanzl-Auftritt zum Thema „Biokunststoffe“.

Der zweite Tag startete mit der erneuten Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse der Pitches und dem daraus resultierenden zeitlichen Ablauf der wissenschaftlichen Vorträge. Vor Beginn der ersten beiden parallelen Vortragsessions sprach Dr. Friedrich von Hesler als Vertreter des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern (SVB) über das Thema „Wie fördert die bayerische Bioökonomie den Einsatz von Bio-Kunststoffen?“.

Fragen im Live-Chat

Die anschließenden zwei parallellaufenden Sessions der wissenschaftlichen Vorträge erfreuten sich reger Teilnahme. Die Vorträge wurden für die Tagung aufgezeichnet und zu den entsprechenden Timeslots eingespielt. So wurde den Vortragenden die Möglichkeit gegeben schon während des Vortages auf Fragen, z.B. via Live-Chat zu antworten.

Mittags gab es wieder die Chance auf persönliche Gespräche bei einem digitalen Meet & Greet. Die parallel laufenden Vortragsessions 4 und 5 wurden nach der Mittagspause durchgeführt. Nach den Vortragsessions gab es neben einer virtuellen Kaffeepause die Möglichkeit eine digitale Führung durch die Maschinenhallen des ibp mit den Schwerpunkten Extrusion, Spritzguss und Compoundierung wahrzunehmen.

Auszeichnung an TU München

Gegen Ende des zweiten Tages fand die Preisverleihung für „Best Poster“ und „Best Talk“, d.h. für das beste wissenschaftliche Poster und den besten Vortrag statt. Der Preis für das beste Poster ging an Andreas Eich von der HYDRA Marine Sciences GmbH zu dem Thema „Half-life of biodegradable plastic films on different marine beach sediments “. Mit ihrem Vortrag „Light-driven mcl-PHA production with genetically engineered Pseudomonas putida in a synthetic co-culture with Synechococcus elongatus PCC7942 cscB“ erhielt Frau Franziska Kratzl vom Lehrstuhl für Systembiotechnologie der TU München den Preis für den besten Vortrag der Tagung.

Den Ausklang der Tagung rundete Dr. Gabriele Peterek von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit ihrem Plenarvortrag „Bioplastics-building blocks for a sustainable bioeconomy“ ab. Durch die tatkräftige Unterstützung des gesamten ibp-Teams kam es zu einem reibungslosen Ablauf der Tagung. Wir danken allen Teilnehmern und Mitwirkenden ganz herzlich.

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Sie sind überzeugt von Ihrem Studium an einer Bayerischen Hochschule und könnten sich vorstellen, anderen darüber zu berichten? Es macht Ihnen Spaß neue Kontakte zu knüpfen?

Das Corporate Influencer Programm wird durch den Hochschulverband Hochschule Bayern e.V. und in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst durchgeführt. Aktuell werden für das Programm „Social Media Ambassadors“ (m/w/d) gesucht. Noch bis zum 15. April 2021 via Instagram-Posting bewerben!

Die Stellenausschreibung finden Sie hier.

 


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Girls‘ Day an der Hochschule Hof – jetzt anmelden!

Am Donnerstag, 22.04.2021 findet deutschlandweit der „Girls’ Day 2021“ statt. Ziel ist es, Schülerinnen Einblicke in Berufsfelder zu geben, die Mädchen bei der Berufswahl meist nur selten in Betracht ziehen. Sie erleben an diesem Tag, wie spannend naturwissenschaftliche, technische und techniknahe Berufe sind. Nach dem Corona-bedingten Ausfall im Jahr 2020 bietet diesmal auch die Hochschule Hof online spannende Workshops und Informationen. Teilnehmen können interessierte Mädchen der 5. bis 9. Klasse.


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Von 9.00 bis 15.30 Uhr werden in diesem Jahr zwei Workshops angeboten: Der neue „MakerSpace“, die Tüftler- und Entwicklerwerkstatt der Hochschule Hof, führt dabei den Kurs „Handyhalterung“ durch. Hier können die Teilnehmerinnen eine personalisierte und auf sich selbst zugeschnittene Handyhalterung aus Sperrholz oder Acryl gestalten. Dabei wird ein Lieblingsbild der Teilnehmerinnen oder eine Grafik mit dem Programm Inkscape so umgewandelt, dass man sie später in das Material lasern kann. Die fertigen Ergebnisse können hinterher per Post zugeschickt werden. Im Workshop „Kunststoffrecycling“ lernt man anhand von Einkaufschips den Recyclingkreislauf von Kunststoff kennen. Angeboten wird dieser Kurs vom Institut für angewandte Biopolymerforschung der Hochschule Hof (ibp). Für die beiden Workshops sind jeweils 8 Teilnehmerinnen vorgesehen, es sind also insgesamt 16 Plätze vorhanden. Da die Halbtageskurse mittags zwischen den Teilnehmerinnen getauscht werden, nimmt jede Schülerin an beiden Angeboten teil.

Der Girls’ Day ist eine bundesweite Gemeinschaftsaktion, koordiniert vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit. An diesem Tag öffnen Unternehmen, Hochschulen und Forschungszentren in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen. An der Hochschule Hof findet der Tag mit kurzen Unterbrechungen seit dem Jahr 2004 statt.

Anmeldung

Das detaillierte Programm des diesjährigen Girls’ Day der Hochschule Hof sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es im Internet unter https://www.girls-day.de/Radar und dem Suchbegriff Hochschule Hof. Weitere Informationen liefert auch die Webseite der Hochschule Hof unter https://www.hof-university.de/girlsday. Dort findet sich auch ein Antrag auf Freistellung vom Unterricht. Teilnahmevoraussetzung ist der sichere Umgang mit der Konferenzsoftware „Zoom“. Koordiniert wird der Girls’Day an der Hochschule Hof durch die Frauenbeauftragte Prof. Dr. Margarete Blank-Bewersdorff und ihrem Team.

Sommersemester 2021: Hygieneregelungen an der Hochschule Hof

Liebe Hochschulangehörige,

das Sommersemester 2021 startet weitgehend im Onlinebetrieb, allerdings sollen praktische Arbeiten in den Laboren in Präsenz ermöglicht werden. Zum Schutz aller Teilnehmer:innen stellen wir zu diesem Zweck Schnelltests zur Verfügung. Alles Wichtige dazu finden Sie bei den Infos zum Sommersemester 2021. Bitte checken Sie regelmäßig Ihre Mails, um über neue Entwicklungen während des Semesters informiert zu bleiben. 

Bitte beachten Sie, dass in allen Gängen und Foyers – auch an den Einzelarbeitsplätzen dort – sowie in den Toilettenräumen und auf den mit Schild und farbiger Linie gekennzeichneten Flächen im Außenbereich Maskenpflicht am Campus gilt. EinenLageplanmit den gekennzeichneten Außenflächen finden Sie hier.


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